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Symptom - Haarausfall

Haarausfall Themenbild
 
Morgens der Blick in den Spiegel kann fies sein. Besonders wenn man nur noch auf das Eine achtet und nichts Anderes mehr wahrnimmt. Haarausfall ist ein weit verbreitetes Phänomen, bei Männern wie bei Frauen. Meist handelt es sich um ein kosmetisches und nicht um ein gesundheitliches Problem. Doch wo auch immer die Ursachen liegen mögen, wenn man Tag für Tag die Haarpracht schwinden sieht, wächst der Wunsch, dagegen vorzugehen.
 
Der Grund für Haarausfall ist meist eine genetische Veranlagung. Nur selten hängt Haarausfall mit einer Krankheit zusammen. Die erbliche Form des Phänomens trifft ungefähr vier von fünf Männer und jede zweite Frau. Wenn eine Person am Tag mehr als 100 Haare verliert, spricht man per Definition von Haarausfall, was in der Fachsprache Effluvium capillorum genannt wird. Von einer Alopezie spricht man, wenn so viele Haare ausfallen, dass kahle Stellen sichtbar werden.
 
 
Die Dermatologie, also die Lehre der Hautkrankheiten, ist die medizinische Fachrichtung, die sich am meisten mit den Ursachen und der Therapie von Haarausfall auseinandersetzt. Da Haare als Anhangsgebilde der Haut zählen, gehören sie zu diesem medizinischen Gebiet. Jeder Mensch verliert Haare, ein gewisses Maß an Haarverlust ist also völlig normal. Auf diese Weise erneuert sich jedes einzelne Haar ständig. Das macht es schwierig, eine feste Grenze zwischen therapiebedürftigem und natürlichem Haarausfall auszumachen. Der Haarfollikel mit seiner Haarwurzel, also sozusagen die ‚Produktionsstätte‘ eines einzelnen Haares, durchläuft einen Zyklus, der aus drei Phasen besteht:
  • Anagenphase (Wachstumsphase)
  • Katagenphase (Übergangsphase)
  • Telogenphase(Ruhephase)
In der Anagenphase werden die Haare mit Nährstoffen versorgt und können somit wachsen. Diese Versorgung geschieht über die Wurzel. Mehrere Jahre dauert diese Phase des Zyklus bei gesunden Menschen. Während diesem ersten Teil sind die Zellen sehr empfindlich und besonders anfällig für Störungen. Wenn diese eintreten, kann es passieren, dass die Wachstumsphase frühzeitig endet.
Die Katagenphase hingegen dauert nur etwa zwei Wochen. Während dieser Zeit endet die Versorgung der Haare und die Zellen hören auf sich zu teilen.
In der Telogenhpase, die etwa zwei bis vier Monate lang dauert, treten die Haare in eine Ruhepause ein. Am Ende dieser Phase fällt das Haar aus und der neue Zyklus kann beginnen. Es kann zu Haarausfall kommen, wenn dieser Kreislauf gestört wird.

Formen von Haarausfall

Es gibt verschiedene Formen von Haarausfall, die üblichste ist jedoch auf erbliche Veranlagung zurück zu führen. In diesem Fall reagieren die Haarfollikel empfindlicher als sonst auf männliche Geschlechtshormone. Ärzte und Ärztinnen unterscheiden zwischen folgenden Arten von Haarausfall:

  • Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen und Männern (Androgenetische Alopezie)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata, Pelade)
  • Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie, symptomatische Alopezie)

Diese drei Formen gehören zu den sogenannten nicht-vernarbenden Alopezien. Diese Art von Haarausfall ist im Grunde heilbar. Dies hängt allerdings von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von der Dauer, dem Ausmaß und dem Typ des Haarausfalls. Es gibt außerdem die sogenannten vernarbenden Alopezien. Diese sind irreversibel, das heißt nicht heilbar.

Die erbliche Form des Haarausfalls kann bei Männern von Geheimratsecken bis hin zur ausgeprägten Glatze reichen. Bei Frauen ist vor allem der Bereich des Scheitels von erblichem Haarausfall betroffen: Die Haare werden an dieser Stelle weniger und dünner.

Ursachen und Therapie

Die Ursache einer androgenetischen Alopezie liegt wie gesagt in den Erbanlagen, ist also genetisch verursacht. Bei dieser Art von Haarausfall reagieren die Haarfollikel des Betroffenen empfindlicher als sonst auf die sogenannten Androgene, also die männlichen Hormone. Die Haarfollikel haben dann eine höhere Anzahl an Rezeptoren für die Hormone Testosteron und Dihydrotestosteron, kurz DHT. Wenn dieses zuletzt genannte Hormon verstärkt an den Rezeptoren der Haarfollikel wirkt, verkürzt sich die Wachstumsphase und beschleunigt somit den gesamten Zyklus. Daraus resultiert, dass Haare und Haarfollikel stetig dünner werden und letztendlich schrumpfen. Dies wird von Fachleuten auch als Miniaturisierung der Follikel genannt.
 
Der kreisrunde Haarausfall ist deutlich seltener als die erbliche Form. Dieser Verlust von Haaren, der sich durch kahle Areale an umschriebenen Bereichen des Kopfes oder des Körpers äußert, wird meistens durch eine Autoimmunkrankheit ausgelöst. Ohne Therapie wachsen die Haare in vielen Fällen wieder nach, allerdings treten häufig Rückfälle auf.
 
Die ebenfalls seltene Art von Haarausfall ist die diffuse Alopezie. Hierfür können verschiedene Krankheiten wie eine gestörte Funktion der Schilddrüse, Infektionen (beispielsweise Lungenentzündungen) oder Diabetes mellitus die Ursache sein. Es gibt auch andere Gründe für diffusen Haarausfall: Eine Chemotherapie, die Einnahme bestimmter Medikamente, Stress, eine ungesunde Ernährung, die zu Mangelerscheinungen wie etwa Eisenmangel führt, oder hormonelle Umstellungen gehen oft mit diffusem Haarausfall einher.

Diagnose

Um die jeweilige Art von Haarausfall wirksam bekämpfen zu können, muss der Arzt oder die Ärztin zunächst eine eindeutige Diagnose feststellen. Der Betroffene wird dann beispielsweise zum Verlauf des Haarausfalls und seiner Krankengeschichte befragt. Außerdem sind die Ereignisse der letzten Monate von Interesse. Krankheiten oder Infekte können so zum Beispiel mit dem Haarausfall zusammenhängen. Es spielt auch eine Rolle, ob der oder die Betroffene Medikamente einnimmt oder in den letzten sechs Monaten eingenommen hat. Haarausfall kann auch mit der Haarpflege und den verwendeten Kosmetika in Verbindung gebracht werden: So verliert beispielweise eine Person, die sich täglich die Haare wäscht, mehr Haare als eine, die dies einmal die Woche tut.
Bei Frauen sollte zudem nach Faktoren wie Wechseljahren, Geburten, Fehlgeburten, sowie Zyklusunregelmäßigkeiten gefragt werden.

Was ein Selbsttest leisten kann

Aus medizinischer Sicht ist eine Therapie von Haarausfall meist nicht erforderlich, da dem Haarausfall in den meisten Fällen keine Krankheit zugrunde liegt. Doch bei diffusem Haarausfall, der mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zusammenhängt, sollte eine Therapie der ursächlichen Krankheit erfolgen. Ein Selbsttest kann helfen, Rückschlüsse darüber zu erhalten, um welche Art von Haarausfall es sich handelt, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Je eher man eine Therapie startet, desto besser, denn letztlich zählt bei Haarausfall jedes Haar.

  1. PASSENDE SELBSTTESTS