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Symptom - Herzbeschwerden

Herzbeschwerden Themenbild

Wer kennt nicht das Gefühl von Herzrasen oder Herzschmerzen? Häufig werden diese Symptome mit Liebe oder Liebeskummer in Verbindung gebracht. Es können aber auch ernstzunehmende Erkrankungen dahinter stecken. Hören Sie auf Ihr Herz. 

Überblick

Herzbeschwerden ist ein Überbegriff für verschiedene Beschwerden. So treten Symptome wie Herzklopfen, Herzrasen oder Herzschmerzen auf.  Das Herz ist unser wichtigstes Organ, das unseren gesamten Körper mit dem lebenswichtigen sauerstoff- und nährstoffreichen Blut versorgt. Das Herz ist ein Muskel, der durch Kontraktionen den sogenannten Herzschlag bzw. Puls auslöst. Durch diese Muskelkontraktionen kann das Blut durch den Körper gepumpt werden. Für ein langes und gesundes Leben ist es besonders wichtig, dass das Herz optimal funktioniert und gesund bleibt.

Herzklopfen/-rasen

Das Herz rast, der Puls schlägt spürbar höher bis in die Halsschlagader – das Gefühl kennt eigentlich jeder Mensch.
Oft ist Herzrasen (Tachykardie) oder starkes Herzklopfen (Palpitationen) ein normales Phänomen bei Aufregung, Vorfreude oder in Stresssituationen und hört nach kurzer Zeit wieder auf. Es können aber auch ernstzunehmende Erkrankungen des Herzens wie Herzrhythmusstörung mit Vorkammerflimmern dahinter stecken. Andere Auslöser für Herzrasen und Herzklopfen können auch unterschiedliche Medikamente, Koffein oder eine Schilddrüsenerkrankung sein.

Es gibt aber auch viele andere mögliche Gründe:

Herzklopfen oder –rasen kann auch häufig bei Angststörungen beobachtet werden. Dabei treten dann noch zusätzliche Beschwerden auf, wie z.B.:

  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Arrhythmie (unregelmäßiger Herzschlag), auch unter „Herzstolpern“ bekannt
  • kurzzeitige Bewusstseinsverluste
  • Sprach- und Sehstörungen (meist nur vorrübergehend)

Kommt es zu solchen Beschwerden, sollte ein Hausarzt zur Abklärung zu Rate gezogen werden. Stellt der Arzt fest, dass hinter den Symptomen keine weitere Erkrankung steckt, bedarf es meist keiner Therapie. Stellen sich hingegen Erkrankungen heraus, so ist eine entspechende Behandlung notwendig. Herzarrhythmien lassen sich mit einer konservativen Therapie, d.h. medikamentös, mit Antiarrhythmika behandeln. Oder in manchen Fällen wird operativ ein Herzschrittmacher eingesetzt.

Auslöser wie Stress lassen sich mit Entspannungstherapien reduzieren und bei starken psychischen Belastungen kann auch ein Therapeut helfen. Nehmen Sie jedoch Beruhigungsmittel nicht ohne Abstimmung mit Ihrem Arzt ein. In manchen Fällen reicht es schon den Konsum von Kaffee oder Zigaretten zu reduzieren oder zu vermeiden, damit das Herz nicht mehr so rast oder stark klopft.

Herzschmerzen

So wie Herzrasen und Herzklopfen wird auch Herzschmerz oft mit Liebeskummer assoziiert. Dabei sind aber keine richtigen Schmerzen im medizinischen Sinne gemeint. Treten jedoch Schmerzen des Herzens im medizinischen Sinne auf, handelt es sich meist um ziehende, stechende oder drückende Missempfindungen im Herzbereich. Das können die ersten Anzeichen einer Krankheit, z.B. einer koronaren Herzkrankheit (KHK), eines Herzinfarkts oder einer Herzmuskelentzündung sein.

Betroffene mit Schmerzen im Brustkorb haben häufig Angst vor einem Herzinfarkt. Schmerzen im Brustkorb sind jedoch meist auf Lungen-, Magen- oder Zwerchfellbeschwerden zurückzuführen. Bei richtigen Herzschmerzen handelt es sich häufig um eine Angina pectoris, die in Verbindung mit einer koronaren Herzerkrankung (KHK) auftritt. Es kommt zu Schmerzen, die sich durch ein dumpfes Druckempfingen bis hin zu einem Brennen hinterm Brustbein äußern. Auslöser sind meist körperliche oder psychische Belastungen. Die Betroffenen empfinden nicht nur einen Schmerz in der Herzgegend, sondern oft breitet er sich auch in einen oder beide Arme, die Schultern, den Hals, Wangen oder die Zähne aus. Bei einer KHK tritt jedoch nicht immer ein typisches Beschwerdebild auf, sondern kann sich auch anders äußern.

Was kann die Ursache für Herzbeschwerden sein?

Bei Herzklopfen/-rasen sind die Ursachen meist nur kurzfristig und harmlos. So lösen insbesondere Emotionen wie Aufregung, Angst, (Vor-)Freude oder Stress Herzrasen oder –klopfen aus. Daneben können auch mögliche Giftstoffe (z.B. Koffein, Nikotin) aber auch z.B. Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten die Ursache sein. Herzerkrankungen wie schnelle Herzrhythmusstörungen treten auch mit Herzrasen auf. Auslöser dieser Pulsunregelmäßigkeiten können verschiedene sein:

  • KHK (koronare Herzkrankheit)
  • Erkrankungen der Herzklappen
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathlen)

Andere Gründe sind:

  • Hypertonie (Bluthochdruck) oder Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Unterzuckerung
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Blutarmut (Anämie)
  • Angstzustände

Im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit kann es zu Angina petoris-Anfällen kommen. Unter einer Angina pectoris wird ein anfallartiger Schmerz in der Brust verstanden. Auslöser für den Schmerz ist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens aufgrund einer Verengung mindestens eines Herzkrankgefäßes. Das erklärt auch, dass solch ein Anfall meist nur wenige Minuten andauert. Mit Hilfe eines Nitroglycerinsprays oder –kapseln kann ein Angina pectoris-Anfall meist beendet werden. Helfen diese Medikamente nicht, so kann dies ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein.

Herzschmerzen können einerseits Ursache für Beschwerden aber auch Erkrankungen des Herzens sein. Schmerzen in der Brustgegend müssen nicht immer mit Erkrankungen des Herzens einhergehen. Meist werden sie nur als Herzschmerzen wahrgenommen, weil die Schmerzen im Brustkorb ausgestrahlt werden, die Quelle ist aber eine andere. So können Muskel- aber auch Zwerchfellverspannungen, Beschwerden der Wirbelsäule oder Gelenke, Erkrankungen der Speiseröhre (z.B. Refluxkrankheit), Magenbeschwerden (wie Magenschleimhautentzündungen), Lungenkrankheiten (Lungenenzündung, -embolie) Schmerzen im Brustraum auslösen.

Von einer Herzneurose (funktionelle Herzbeschwerden) spricht man, wenn der Arzt keine körperlichen Ursachen feststellen kann und der Patient dennoch Angst vor einem Herzinfarkt hat, weil er unter starken Beschwerden leidet.

Nichtsdestotrotz gibt es ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zu Herzschmerzen führen. Folgende Erkrankungen können diese auslösen:

  • Kreislauferkrankungen wie Hypertonie (Bluthochdruck) oder Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Herzinfarkt
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) mit Angina Pectoris
  • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
  • Herzmuskel- (Myokarditis) oder Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • Herzklappenfehler
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen)
  • Aneurysma der Aorta (Gefäßaussackung der Hauptschlagader)

Wie werden Herzbeschwerden diagnostiziert?

Leiden Sie an starkem Herzklopfen oder an langanhaltendem bzw. häufigem Herzrasen oder Herzschmerzen, dann sollten Sie Ihren Arzt zur Diagnose zu Rate ziehen. Zuerst versucht der Arzt in einem Anamnesegespräch herauszufinden, ob es sich um ernstzunehmende Beschwerden mit eventuellen Herzerkrankungen oder nur um ein harmloses Symptom handelt. Dafür stellt der Arzt Fragen zu den Beschwerden, der aktuellen Lebenssituation, Vorerkrankungen und zu evtl. Medikamenteneinnahmen. Anschließend werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt. Der Blutdruck, der Puls sowie die Temperatur werden gemessen und eine Blutprobe wird vom Arzt entnommen. Das Blut wird besonders bei Herzschmerzen auf Enzyme untersucht, die bei einem Herzinfarkt vermehrt vorhanden sind (sog. Herzenzyme). Mit einem Stethoskop hört er zusätzlich das Herz ab. Ein EKG zeichnet die Herzrhythmen auf, die dann vom Arzt auf Unregelmäßigkeiten überprüft werden können. Damit lässt sich schon ein Herzinfarkt feststellen oder ausschließen. 
Abhängig von der vermuteten Ursache werden weitere genauere Untersuchungen, wie Langzeitblutdruckmessungen, ein Belastungs- oder Langzeit-EKG, Ultraschalluntersuchungen des Herzens oder Röntgenaufnahmen des Brustkorbs durchgeführt. Zusätzlich können bei Herzschmerzen noch nuklearmedizinische Verfahren wie eine Myokardperfusions-Szintigraphie durchgeführt werden. Andere Untersuchungsmöglichkeiten sind eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder eine Computertomographie und Magnetresonanztomographie (MRT) bei Herzschmerzen.

Wie lassen sich Herzbeschwerden therapieren?

Häufig sind Herzklopfen/-rasen kein Grund zur Besorgnis sondern haben eine harmlose Erklärung. Dann ist eine Therapie nicht notwendig. Sind jedoch Erkrankungen Schuld an den Symptomen, dann muss die genaue Ursache behandelt werden.
Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen) werden so beispielsweise mit Medikamenten sogenannten Antiarrhythmika behandelt. Bei Herzrhythmusstörungen kann in manchen Fällen jedoch auch ein Herzschrittmacher notwendig sein. Dieser wird dem Patienten dann operativ eingesetzt.

Liegt die Ursache an einer Schilddrüsenunterfunktion, wird diese mit Hormontabletten (Thyreostatika) therapiert.

Stellt sich jedoch heraus, dass der Grund für Herzrasen /-klopfen Stress ist, genügen stressreduzierende Entspannungsmaßnahmen meistens aus. Nur wenn sich die Symptome so nicht vermeiden lassen, kann der Arzt Ihnen Beruhigungstabletten verschreiben. Diese sollten nicht ohne die Absprache eines Arztes eingenommen werden. Bevor Sie zu Medikamenten greifen, versuchen Sie erst einmal, auf Kaffee und Zigaretten zu verzichten.

Bei Herzschmerzen richtet sich die Therapie ebenfalls nach der eigentlichen Ursache (z.B. Herzinfarkt) aus. Werden die Herzschmerzen durch eine Angina pectoris verursacht, genügt meist die Anwendung eines Nitroglycerinsprays oder –kapseln. Solche Medikamente werden vom Arzt verschrieben. Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit sollten diese stets als Notfallmedikament bei sich tragen. Helfen Nitropräparate nicht, handelt es sich um eine sogenannte instabile Angina pectoris und kann ein erster Hinweis für einen Herzinfarkt sein.

Im Falle eines Herzinfarkts oder auch nur einem Verdacht rufen Sie den Notarzt!

Anzeichen für einen Herzinfarkt oder eine instabile Angina pectoris sind:

  • Atemnot und Herzschmerzen treten bei Belastung erstmals auf
  • Verschlimmerung und häufigere Herzschmerzen
  • Beschwerden treten anders auf als sonst (z.B. an einer anderen Stelle, länger, stärker etc.)
  • Ausruhen beseitigt die Herzschmerzen nicht
  • Nitroglycerin hilft bei Beschwerden nicht

Langfristig können Herzschmerzen aufgrund einer KHK beginnend mit einer Umstellung des Lebensstils z.B. durch gesündere Ernährung, vermehrte Bewegung, aufhören zu rauchen, über zusätzliche Medikamente und letztendlich, falls notwendig, operative Eingriffe (z.B. Bypass-Operation) therapiert werden.

Ist eine bakterielle Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) hingegen der Auslöser von Herzschmerzen, dann erfolgt eine Therapie mit Hilfe von Antibiotika.

  1. PASSENDE SELBSTTESTS