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Symptom - Schwitzen

Schwitzen Themenbild

Jeder Mensch schwitzt. Es ist ein ganz normales Phänomen vor allem in den heißen Sommermonaten. Es ist essentiell, d.h. lebensnotwendig, damit der Körper nicht überhitzt. Durch Schwitzen kann der Körper die eigene Wärme regulieren. Dennoch gibt es Menschen, die unter übermäßigem bzw. starkem Schwitzen leiden und dies als unangenehm empfinden. In manchen Fällen kann starkes Schwitzen auch durch eine Erkrankung ausgelöst werden.

Überblick

Schwitzen ist etwas ganz normales und jeder Mensch schwitzt jeden Tag. Es ist lebensnotwendig für den Körper. Beim Sport, in den heißen Sommermonaten, bei Fieber oder wenn man zu warm angezogen ist, entstehen oft Schweißperlen. Verantwortlich sind dafür die Schweißdrüsen auf der Haut. Insbesondere in den Handflächen, auf der Stirn und an den Fußsohlen ist die Ansammlung an Schweißdrüsen besonders hoch und es tritt vermehrt Schweiß aus. Insgesamt hat ein menschlicher Organismus schätzungsweise mehr als zwei Millionen Schweißdrüsen. Reguliert wird die Produktion von Schweiß von unserem vegetativen Nervensystem. Schwitzen ist essentiell damit der Körper seine eigene Temperatur regulieren kann und nicht überhitzt. So wird übermäßige Wärme vor allem über die Haut von innen nach außen getragen. Durch die Absonderung einer salzhaltigen Flüssigkeit der Schweißdrüsen, die dann auf der Hautoberfläche verdunstet, kommt es zur nötigen Abkühlung. Schweiß ist zusätzlich ein Säureschutz, damit keine neuen Krankheitserreger in den Körper dringen.

Durch Sport oder andere körperliche Anstrengungen verbrennt der Körper Energie, heizt auf und schwitzt. Beim Essen dienen insbesondere Kohlenhydrate und Fette als Energielieferant und werden verbrannt. Oft tritt Schweiß auch bei der Aufnahme scharfer Speisen oder bei üppigen Mahlzeiten mit Konsum von Alkohol auf. Hier wird der Stoffwechsel und dadurch die Wärmeproduktion angekurbelt. Auch Emotionen treiben unsere Schweißproduktion in die Höhe. Schweißtreibend sind verschiedene Situationen, so z.B. die erste Rede oder eine bevorstehende Prüfungen, obwohl der Raum kühl ist. Wut und Schmerzen können auch zu vermehrtem Schweiß führen. Der sogenannte kalte Angstschweiß tritt aus bei beängstigenden Situationen wie z.B. bei einem nächtlichen Spaziergang mit unbekannten Geräuschen. Fühlt der Mensch sich bedroht oder empfindet eine Situation als belastend, werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet. Die Nerven, die für die Steuerung der Schweißproduktion verantwortlich sind, werden dann hyperaktiv.

Generell können Schweißausbrüche und Schwitzen in zwei verschiedene Arten unterteilt werden: das thermoregulatorische Schwitzen (z.B. bei Sommerhitze) und das nervöse Schwitzen (z.B. in Stresssituationen).

Produziert der Körper Schweiß, der aber für die Regulation der Temperatur in solchen Mengen nicht notwendig ist, spricht man von krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose). Dabei kommt es durch eine Fehlfunktion zu starken Schweißausbrüchen.

Ursachen

Schwitzen können durch unterschiedliche Faktoren verursacht werden. So ist vermehrter Schweiß häufig auch normal, so bei

  • sportlicher Aktivität
  • an warmen/heißen Tagen
  • zu warmer Bekleidung oder
  • Fieber aufgrund einer Erkrankung (auch starkes Schwitzen in der Nacht).

Menschen können unterschiedlich stark schwitzen. So kann übermäßige Absonderung von Schweiß erblich oder aufgrund von Übergewicht bedingt sein. Zusätzlich können bestimmte Emotionen bzw. die Psyche z.B. bei Nervosität, Stress oder Angst schweißtreibend wirken. Eine andere Ursache kann eine hormonelle Umstellung sein – so z.B. zur Zeit der Menstruation, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren besonders bekannt unter „Hitzewallungen“. Außerdem können Medikamente für vermehrtes Schwitzen verantwortlich sein. Bei der Einnahme von Kortison oder Acetylsalicylsäure kann verstärktes Schwitzen eine Nebenwirkung sein.

Darüber hinaus sind verschiedene Erkrankungen bekannt, die Schweißausbrüche bzw. vermehrtes Schwitzen verursachen, so. z.B.:

  • Hormonstörungen, z.B. Schilddrüsenunterfunktion
  • Unterzuckerung bei Diabetes
  • Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose, AIDS)
  • Nervenerkrankungen wie Parkinson
  • Rheuma
  • Krebs, z.B. Leukämie
  • Herzinfarkt

Diagnose

Meist bedarf es keiner genauen Diagnose, wenn die Schweißausbrüche nur kurzfristig auftreten und der Grund (Stresssituationen, Hitze) dafür bekannt ist. Ist dies jedoch nicht der Fall und das vermehrte und starke Schwitzen tritt längerfristig auf und die Ursache ist dem Betroffenen nicht bekannt, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Insbesondere wenn der Betroffenen darüber hinaus über zusätzliche Beschwerden (z.B. Schmerzen in der Brust) klagt.  Nur die körperliche Untersuchung gibt keinen Hinweis darauf, ob das Schwitzen krankhaft ist, da es keinen bestimmten Messwert gibt, ab dem Schwitzen als krankhaft gilt.  Vielmehr stellt der Arzt seine Diagnose anhand eines ausführlichen Patientengesprächs z.B. darüber ob das Schwitzen das alltägliche Leben beeinträchtigt und ob eingenommene Medikamente oder Erkrankungen damit in Zusammenhang zu bringen sein könnten.

Nach einer ersten Vermutung, führt der Arzt weitere Untersuchungen durch, z.B. eine Untersuchung des Blutes, eine Ultraschalluntersuchung oder bei einem Verdacht auf eine Krebserkrankung, eine Biopsie. Darüber hinaus kann der Arzt verschiedene Tests anwenden, um das Ausmaß des Schwitzens festzustellen. Beispielsweise kann er mit dem Jod-Stärke-Test nach Minor den Bereich abgrenzen, der vom Schweißausbruch betroffen ist. Der Test erfolgt so, dass zuerst die Haut getrocknet wird, dann eine Lugollösung zum Einsatz kommt und auf die Haut gestrichen wird, um anschließend die betroffene Stelle mit Speisestärke zu bestreuen. Bei danach auftretenden Schweißausbrüchen verfärbt sich die behandelte Stelle blau-violett. Durch die Gravimetrie kann die produzierte Schweißmenge pro Zeiteinheit gemessen werden. Mit Hilfe der Tests lässt sich feststellen, ob der Körper mehr Schweiß bildet als er für die Regulierung der Körpertemperatur benötigt.

Es wird in drei verschiedene Hyperhidrosearten unterschieden:

Grad I: Leichte Hyperhidrose:

  • Übermäßiger Schweiß auf Hand-, Fußflächen und Achseln.
  • Schweißflecken in den Achseln: 5 bis 10 Zentimeter Durchmesser

Grad II: Mittelstarke Hyperhidrose:

  • Übermäßiger Schweiß auf Hand-, Fußflächen und Achseln in Form von Schweißperlen
  • Schwitzen an Händen und Füßen ist auf die Handfläche/ Fußsohle begrenzt.
  • Schweißflecken in den Achseln: 10 bis 20 Zentimeter Durchmesser

Grad III: Starke Hyperhidrose:

  • Schweißperlen tropfen von Hand-, Fußflächen und Achseln
  • Schwitzen an Händen und Füßen ist nicht nur auf die Handfläche/ Fußsohle begrenzt, sondern auch Seitenränder sind betroffen sowie Finger- und Zehenrücken
  • Schweißflecken in den Achseln: über 20 Zentimeter Durchmesser

Therapiemöglichkeiten

Eine Therapie von Schweißausbrüchen ist nur notwendig, wenn die Ursache eine Erkrankung ist. Dann muss die Therapie an der Ursache direkt ansetzen.

Vorerst kann der Betroffene jedoch versuchen, durch eigene Maßnahmen die Produktion von Schweiß zu reduzieren. So kann ein Antitranspirant in gewissen Körperbereichen (z.B. Achseln) angewendet werden. Aufgrund dieses Antitranpirants, das meist aus Puder, Cremes oder Lösungen besteht, ziehen sich die Schweißdrüsen zusammen und sondern so weniger Schweiß ab. Vermutungen, dass ein Antitranspirant Brustkrebs aufgrund des erhöhten Gehalts an Aluminium fördert und gesundheitsschädlich ist, sind bisher nicht ausreichend belegt. Desinfizierende Seifen oder auch Deodorants haben hingegen eine andere Wirkung. Sie zersetzen Bakterien im Schweiß und verhindern so eine unangenehme Geruchsbildung. Außerdem kann der Betroffene vermehr Salbeitee trinken, um die Schweißproduktion einzuschränken. Es wirkt ähnlich wie ein Antitranspirant, d.h. die Schweißdrüsen ziehen sich zusammen und es kommt zu verringerter Schweißabgabe.

Zusätzlich ist es wichtig zu wissen, dass synthetische Kleidung Schweißausbrüche fördern. Betroffene sollten dabei darauf achten, dass Ihre Kleidung aus atmungsaktiven Naturfasern bestehen. Auch Schuhe aus Holz, Gummi oder Kunststoff sollten gemieden und durch Lederschuhe oder Sandalen ersetzt werden. Bei nächtlichem Schwitzen greifen Sie mal zu einem leichteren Schlafanzug oder versuchen Sie die Raumtemperatur zu senken.

Eine angepasste Ernährung kann auch häufig Abhilfe schaffen. Vermeiden Sie Lebens- und Genussmittel, die Schweißausbrüche fördern, wie scharfes Essen, vermehrten Kaffee- oder Alkoholkonsum. Machen Sie jedoch nicht den Fehler weniger zu trinken, weil Sie befürchten, so mehr auszuschwitzen. Im Gegenteil, es ist sehr wichtig, dass Sie viel trinken, um die ausgeschwitzte Flüssigkeit wieder zu ersetzen und so eine Überhitzung zu verhindern.

Sollten Ihre Schweißausbrüche durch Nervosität verursacht werden, dann probieren Sie mit Entspannungsverfahren (z.B. autogenes Training) Ihr Schwitzen zu reduzieren.

Helfen keine dieser Eigenmaßnahmen und Ihr starkes Schwitzen belastet Sie dennoch, sollten Sie eine ärztliche Behandlung in Betracht ziehen. Die Therapie richtet sich dann nach der Ursache und den Körperteilen, die von Schweißausbrüchen betroffen sind. Es gibt sowohl konservative als auch operative Maßnahmen um starkes Schwitzen zu reduzieren. Zu der konservativen Behandlung zählt die Iontophorese (Schränkt die Aktivität der Schweißdrüsen ein) und die Botulinumtoxin-Spritze (blockiert die Leitung der Nerven zu den Schweißdrüsen, sodass diese weniger Schweiß abgeben). Operativ können Schweißdrüsen entfernt (Exzision) oder abgesaugt (Saugkürettage) und Nerven, die Schwitzen auslösen (Sympathektomie) blockiert werden.

Handelt es sich bei der Ursache des Schwitzens um eine Krankheit wie Diabetes mellitus, Parkinson oder Schilddrüsenüberfunktion, wird die Grundursache z.B. mit Hilfe von Hormonen (Schilddrüsenhormone oder Insulin) behandelt.  

Grundsätzlich wird ein Arztbesuch empfohlen, wenn das vermehrte Schwitzen bzw. die Schweißausbrüche lange anhalten und selbst kein Grund gefunden werden kann.

  1. PASSENDE SELBSTTESTS