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Frauengesundheit - Von Pubertät bis zu den Wechseljahren

Der weibliche Körper ist komplex und in jeder Lebensphase ein anderer. Von der Pubertät, über die Schwangerschaft bis hin zu den Wechseljahren verlangt er Aufmerksamkeit und Vorsorge. Die richtige Ernährung, regelmäßige Arztbesuche sowie gute Kenntnisse über die Vorgänge im eigenen Körper tragen dazu bei, Krankheiten zu vermeiden bzw. schnell zu erkennen.

Zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen zählen Krankheiten und Störungen, die die Menstruation betreffen, Brustkrebs, Vaginalpilze sowie Östrogen- und Eisenmangel. Das sind alles Erkrankungen, die beim heutigen medizinisches Stand nicht mehr lebensgefährlich sein müssen, bzw. unkompliziert kontrolliert werden können – doch nur, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Neben regelmäßigen Besuchen beim Frauenarzt hilft es, seinen Körper gut zu kennen und Symptome richtig deuten zu können.

 

 

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Funktion von Schwangerschaft & Ovulation

Der erste Schritt eines jeden neuen Lebens entsteht in dem Moment des Eisprungs, auch Ovulation oder Follikelsprung genannt. In diesem Augenblick wird die Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter entlassen und wartet dort auf ihre Befruchtung. Während eines weiblichen Zyklus reifen ungefähr 10 bis 20 Follikel im Eierstock heran, von denen am Ende nur eines mit der Aufgabe betraut wird, eine Eizelle auf die Wanderung in Richtung Gebärmutter zu schicken. Das Zusammenziehen des Muskelgewebes des Eierstock im Moment des Eisprungs empfinden einige Frauen als schmerzhaftes Ziehen im Unterleib - den sogenannten Mittelschmerz. In jenem Moment stülpt sich der Eileiter über den -stock, um die Eizelle aufzufangen - ein Feinmechanismus, der bei Störungen zu einer ungewollten Bauchhöhlenschwangerschaft führen kann. Die Eizelle wartet anschließend bis zu 24 Stunden auf eine Befruchtung durch eine männliche Samenzelle im Eileiter. Tritt die Befruchtung nicht ein, stirbt die Eizelle ab und setzt den weiteren Verlauf des Menstruationszyklus in Gang. Die Gebärmutterschleimhaut, die vorher für eine mögliche Schwangerschaft angeschwollen war, wird abgebaut und mit der Regelblutung ausgestoßen. Findet jedoch eine Befruchtung statt, wandert die Eizelle in die Gebärmutter und nistet sich dort in der Schleimhaut ein, durch die sie mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Die meisten Mädchen haben ihre erste Regelblutung in den westlichen Ländern zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr; statistisch am häufigsten im 13. Lebensjahr. Noch vor 100 Jahren waren Mädchen durchschnittlich vier Jahre älter, also 17 Jahre alt, wenn sie das erste Mal ihre Periode bekamen.

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Die Länge des Menstruationszyklus kann von Frau zu Frau variieren. Der Eisprung eines regelmäßigen 28-tägigen Zyklus findet am 14. Tag statt. Haben Sie einen kürzeren Zyklus beginnt die Ovulation früher, bei einem längeren später. In der Regel kann ein normaler weiblicher Zyklus zwischen 25 und 35 Tagen dauern. Je regelmäßiger der Menstruationszyklus ist, desto regelmäßiger auch der Eisprung. Bleibt der Zyklus aus oder liegen sehr unregelmäßige Abstände vor, kann eine  Menstruationsstörung vorliegen.

Es gibt kaum eine Frau, die noch nicht die Erfahrung einer Zyklusstörungen gemacht hat: Die Periode bleibt aus oder tritt zu früh ein, die Regelblutung ist ungewöhnlich stark und schmerzhaft oder es kommt zu Schmierblutungen bzw. Zwischenblutungen. Es gibt entsprechend der Symptome zwei unterschiedliche Arten an Menstruationsstörungen.

 

Rhythmus- oder Tempostörungen: Die Blutungsintervalle weichen ab

  • Das Ausbleiben der Periode (Amenorrhö): Man unterscheidet zwischen einer primären Amenorrhö, wenn bis zum 15. Lebensjahr noch keine Periode aufgetreten ist und einer sekundären Amenorrhö, wenn bereits Monatsblutungen erfolgt sind und dann blutungsfreie Intervalle von drei Monaten oder mehr eintreten.
  • Verlängerter Menstruationszyklus (Oligomenorrhö): Das Intervall der Menstruation ist länger als 31 Tage aber die Dauer und Stärke der Blutung ist normal. 
  • Verkürzter Menstruationszyklus (Polymenorrhö): Das Intervall der Menstruation ist kürzer als 25 Tage. Der Zyklus kann dabei sowohl regelmäßig als auch unregelmäßig verkürzt sein.
  • Unregelmäßige Regelblutung (Metrorrhagie): Neben der normalen Regelblutung kommt es zu unregelmäßigen Zwischenblutungen, die mehrere Tage andauern können.

Typusstörungen: Die Blutungsstärke weicht ab.

  • Sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhö): Durch die starke Menstruation benötigen die Betroffenen mehr als fünf Monatsbinden oder Tampons pro Tag. Oft finden sich im Regelblut größere Blutklümpchen (sog. Blutkoagula).
  • Schwache Regelblutung (Hypomenorrhö): Eine zu schwache Periode haben meistens Frauen, die in die Wechseljahre kommen oder übergewichtig sind. Oft ist damit auch eine extrem verkürzte Regelblutung von 1-2 Tagen oder sogar nur ein paar Stunden verbunden.
  • Übermäßig starke und lange Regelblutung (Menorrhagie): Die Periode hat eine Dauer von mehr als sechs Tagen und ist sehr stark.
  • Regelschmerzen (Dysmenorrhö): Die Regelblutung ist schmerzhaft und mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden. Zu einem starken Ziehen im Unterleib gesellen sich manchmal auch  Bauch- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Durchfall sowie Schweißausbrüche und Müdigkeit.

Eine ebenfalls häufige Störung der Menstruation führt zu sogenannten Schmierblutungen. Diese können vor und nach der Periode, aber auch während der Menstruation selbst auftreten. Im Fall einer Hypomenorrhö erfolgt die Schmierblutung sogar anstelle der normalen Periode.

Ursachen für Zyklusstörungen

Die Ursachen für eine Störung des Menstruationszyklus können vielfältig sein. Generell unterscheidet man zwischen:

  • Hormonelle Störungen bzw. Erkrankung der Schilddrüse
  • Organische Veränderungen
  • Erbliche Defekte
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane
  • Erkrankung der Leber oder Niere
  • Allgemeine Erkrankungen wie Diabetes mellitus

Wussten Sie ... Interessante Fakten zur Menstruation

Die Regelblutung dauert meist 4 bis 5 Tage. Während dieser Zeit verliert der weibliche Körper insgesamt etwa 50 bis 100 Milliliter Blut. Bei einem Blutverlust über 80 Milliliter kann es zur Blutarmut (Anämie) kommen.

Bei vielen Völkern u.a. vor allem Naturvölkern hat das Eintreten der Menstruation bis heute eine besondere Bedeutung. Oft werden der Frau und auch dem Blut magische Kräfte, ein böser Fluch und anderer Aberglauben zugesprochen. Für nordamerikanische Indianerstämme verkörperte die menstruierende Frau die Macht des Bösen, die half, den Gegner im Krieg zu besiegen. Andere Kulturen feiern das erstmalige Menstruieren eines jungen Mädchens, die sogenannte Menarche, als Volksfest und Einweihung in “den Stand der Frauen”.

Auch in Deutschland gab es weitverbreitete Mythen. Zum Beispiel durften menstruierende Frauen nicht in Weinkellereien, Brauereien oder Bäckereien arbeiten, da man vermutete, das Produkt würde verderben. Das gleiche galt bis in die 1980er in Röntgenabteilungen von Krankenhäusern oder Fotolaboren. Bis in die 70er Jahre durften Frauen während ihrer Periode kein Blutspenden, da man glaubte, dass ihr Blut den Abbau von roten Blutkörperchen fördere. Außerdem war ein Blick in den Spiegel für menstruierende Frauen Tabu: Der Spiegel würde sonst matt werden.

 

Östrogene: Sie sind die Zahnräder des weiblichen Organismus und der Oberbegriff für die weiblichen Hormone wie Östron, Östradiol und Östriol. Sie steuern den Zyklus, spielen für die Schwangerschaft eine wichtige Rolle und wirken auf Stoffwechsel und Knochenbildung ein.

Auch Männer tragen geringe Mengen an Östrogenen in sich.

Fakt ist: Östrogene spielen in den verschiedenen Lebensstadien einer Frau die entscheidende Rolle. Vom Kind über den Teenager bis hin zu den Wechseljahren und dem Seniorendasein. Liegt eine dauerhafte Störung der Hormonkonzentration vor, kann dies unterschiedliche Folgen für den weiblichen Körper haben: Von leichten Zyklusstörungen bis hin zu Unfruchtbarkeit und starken körperlichen Veränderungen.

Kurzfristige Schwankungen des Östrogenspiegels sind dagegen natürlich und wichtig für das Funktionieren des weiblichen Organismus. So ist die Östrogen-Konzentration während der monatlichen Blutungen am niedrigsten und am höchsten während einer Schwangerschaft. In der Pubertät ist das monatliche Auf und Ab am stärksten und auffälligsten. Während der Wechseljahre pendeln sich die Hormone auf ein konstant niedriges Niveau ein.

Ein Östrogenmangel kann daher unterschiedliche Ursachen haben:

  • Natürliche Ursachen (Alterungsprozess, Wechseljahre)
  • Krankhafte Ursachen (z.B. Nebenniereninsuffizienz)
  • Hormonelle Verhütung (Mikropille)

Am häufigsten entsteht ein Mangel an Östrogenen durch das sogenannte Östrogenmangelsyndrom, das auch das Einleiten der Wechseljahre bestimmt, in denen die Eierstöcke nach und nach ihre Funktion einstellen.

Symptome vom Östrogenmangel
Ein niedriger Östrogenspiegel kann unterschiedlich starke Symptome verursachen. Manche erfordern folglich eine Therapie, andere wiederum sind beschwerdefrei. Bei starken Beschwerden ist die Östrogentherapie (regelmäßige Einnahme eines Östrogenpräparats) Mittel zur Besserung.

Akute Symptome eines Östrogenmangels:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Zyklusstörungen bis hin zu Schmier- und Zwischenblutungen
  • trockene Schleimhäute (z.B. Augentrockenheit)

Dauerhafte Symptome und Folgen:

  • depressive Verstimmungen
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Haut- und Haarprobleme (z.B. Haarausfall und vermehrte Faltenbildung)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Konzentrationsprobleme, Nervosität bis hin zu Reizbarkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Osteoporose
  • Veränderungen an den Geschlechtsorganen und Harnwegen (z.B.: Harndrang und häufiges Wasserlassen bis hin zur Inkontinenz, Infektionen von Scheide und Harnwegen, Juckreiz, Scheidentrockenheit (vaginale Atrophie), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), vermehrter Ausfluss aus der Scheide)
  • Veränderung der Beschaffenheit des Zervixschleims im Gebärmutterhals, was zur Erschwerung der Befruchtung bis hin zur Unfruchtbarkeit führen kann.
 

In Deutschland erhalten jedes Jahr 71.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung überhaupt bei Frauen. Ungefähr die Hälfte aller Frauen ist unter 65 Jahre alt, jede zehnte Betroffene hat das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten. Der Befund löst bei den meisten Frauen viele Ängste aus: Was passiert in der Zukunft? Wie geht es weiter? Werde ich sterben? Diese Fragen sind kaum vermeidbar, denn der Kampf gegen Brustkrebs ist kein Spaziergang. Umso wichtiger ist es, Gedanken und Kräfte nach der Diagnose Brustkrebs zu sammeln und Zuversicht zu schöpfen. Es gibt verschiedene Ausprägungen von Brustkrebs sowie unterschiedliche Therapievorschläge.

Risikofaktoren bei Brustkrebs

Heute sind ungefähr 30 verschiedene Formen an Brustkrebs bekannt. Daher gibt es keine allgemeingültige Ursache für die Erkrankung. Generell unterscheidet man in:

  • Einflüsse der weiblichen Geschlechtshormone
  • Umweltfaktoren und Einflüsse des Lebensstils (Rauchen, Alkohol, etc.)
  • Alter
  • genetische Faktoren oder familiäre Häufung

Wie erkenne ich die Symptome von Brustkrebs frühzeitig?

Nach wie vor ist Brustkrebs überwiegend ein Zufallsbefund. Viele Frauen entdecken Veränderungen in der Brust selbst beim bewussten aber auch zufälligen Abtasten. Das Tumorwachstum entwickelt sich meistens über mehrere Jahre. Die häufigsten Symptome sind:

  • Knoten im Brustgewebe
  • Grübchen oder Rötungen der Haut
  • Eine einseitige Vergrößerung der Brust,
  • Selten auch Brustschmerzen oder das Einziehen der Brustwarze mit Absonderung von Flüssigkeit (Nicht zu verwechseln mit den Symptomen einer Brustentzündung vor allem in der Stillzeit. Diese geht dann oft mit hohem Fieber, Milchstau und allgemeinem Unwohlsein einher.)
Auch Männer können an Brustkrebs leiden. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit aber nur bei jedem hundertsten Patient.

Diagnose-Verfahren: Die neue präventive Waffe gegen den Brustkrebs - Früherkennung!

Auch wenn der erste Blick auf die Statistik erschreckend scheint, ist Brustkrebs in den westlichen Industrieländern inzwischen nicht mehr die bedrohlichste Tumorform. Viele Therapie- und Diagnoseansätze haben die Behandlung von Brustkrebs verbessert. Dazugehört vor allem auch das seit 2005 in Deutschland eingeführte Mammografie-Screening, bei dem die Brust per Röntgenuntersuchung nach Tumoren abgesucht wird. Die Mammografie ist im Rahmen des Früherkennungsprogramms bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos.

Die Entwickelung der Erkrankung ist bei jeder Frau anders, daher ist die Früherkennung umso wichtiger: Je kleiner der Tumor, desto geringer ist der Befall von Lymphknoten in den Achselhöhlen. Darüberhinaus spielt das Alter der Patientin und persönliche Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

Neben der Früherkennung durch das Mammografie-Screening kann die Ultraschalluntersuchung (Mamma-Sonografie) oder auch die Magnetresonanztomografie MRT ergänzend einen verdächtigen Befund klären. Letztlich kann aber nur eine Biopsie, die feingewebliche Analyse einer Gewebeprobe, eine sichere Diagnose bestätigen. Grundsätzlich ist es entscheidend, ob ein zerstörerisch wachsender Krebs oder eine nicht invasive Gewebeveränderung (z.B. das duktale Carcinoma in situ DCIS) vorliegt. Die Bestimmmung der Zelloberfläche und der Art des Geschwürs ist maßgebend für eine anschließende Therapie.

Die verschiedenen Schritte der Brustkrebs-Therapie

Um die Erkrankung und die Tumorbildung zu bekämpfen gibt es folgende Ansätze:

  • Der erste Behandlungsschritt ist meistens die operativen Entfernung des Tumors, gegebenenfalls auch von Achsellymphknoten. Bei der Operation kann die Brust entweder erhalten bleiben oder muss ggf. entfernt werden. Möglich ist danach ein Ersatz durch ein körpereigenes Gewebeimplantat oder ein künstliches.
  • Strahlentherapie,
  • Anti-Hormontherapie,
  • Chemotherapie
  • Antikörper-Therapie

In welcher Folge die Patientin behandelt wird, hängt von der Form des Brustkrebses sowie dem Stadium des Tumors ab. Bestimmte Tumorvarianten werden häufig schon vorab mit einer Antikörpertherapie und / oder Chemotherapie begleitet. Hormonempfindliche Tumorzellen reagieren zudem auf den Entzug weiblicher Geschlechtshormone (Anti-Hormonbehandlung). Liegt dieser Fall vor genügt manchmal nach seiner kompletten Entfernung und anschließender Bestrahlung in der Regel eine alleinige Anti-Hormonbehandlung.

 

Scheidenpilz

Für die meisten Frauen ist die Diagnose eines Scheiden- oder Vaginalpilzes bis heute eine unangenehme Diagnose. Woher hab ich das bloß? Hoffentlich bekommt das niemand mit? Tabuthema! Dabei ist es die mit größter Häufigkeit auftretende Infektion der weiblichen Geschlechtsorgane. Etwa drei von vier Frauen hatten mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz. Medizinisch spricht man auch von einer Soorvaginitis oder Soorkolpitis, abgeleitet von einem der häufigsten Auslöser der Infektion: Soor (auch Candidose genannt). Hier geht es zum praktischen Selbsttest für zu Hause.

Die Ursachen für eine vaginale Infektion sind so unterschiedlich wie die Häufigkeit nach Altersgruppe. Etwas 20 Prozent der Frauen mit einer Scheidenpilz Infektion befinden sich im gebärfähigen Alter. Vor der Pubertät und in den Wechseljahren nimmt das Risiko rapide ab. Durch ein sehr saures und erregerfeindliches Milieu der Scheide sowie natürlichen Michsäurebakterien, werden Mikroorganismen normalerweise daran gehindert sich anzusiedeln. Ist diese empfindliche Flora gestört, ist die Gefahr einer Infektion höher.

Ursachen für eine vaginale Infektion

  • Geschlechtsverkehr (einer der häufigsten Ursachen für eine Übertragung des Erregers)
  • Mangelhafte Hygiene, die aber vor allem nur bei einer Schwächung der Immunabwehr und gestörtem Schutzmechanismus der Scheide eine Infektion verursacht.
  • Übertriebene Hygiene (z.B. durch Intimsprays, Scheidenspülungen, etc), dadurch wird die empfindliche Scheidenflora und das saure Milieu der Scheide geschwächt, die Erreger fernhält.
  • Hormonelle Veränderungen (z.B. bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme der Antibabypille)
  • Diabetes
  • Antibiotika

Wie erkenne ich die Infektion mit einem Scheidenpilz?
Typische Symptome einer Pilzinfektion sind:

  • Ein weißlich-krümeliger Ausfluss
  • Starker Juckreiz
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Wasserlassen

Tipps gegen die Pilzinfektion
Neben einer Therapie durch Medikamente, die sie rezeptfrei in der Apotheke bekommen oder die Ihnen Ihr Frauenarzt verschreibt, können Sie durch einige gezielte Maßnahmen sowohl die Beschwerden verringern, als auch den Verlauf verkürzen:

  • Wechseln Sie zweimal täglich Ihre Unterwäsche und waschen Sie sie bei mindestens 70 Grad Celsius
  • Trocknen Sie sich nach dem Waschen sorgfältig ab und tragen sie luftdurchlässige Unterwäsche und keine kunststoffbeschichtete Slip-Einlagen oder Binden.
  • Wenn Sie häufig an Scheidenpilzinfektionen leiden, sollten Sie sich zuckerarm und ballaststoffreich ernähren. Auch der vaginale Pilz beruht auf Candida Bakterien (Hefepilze), die sich von Zucker ernähren.
  • Achten Sie auf Ihre Hygiene: Reinigen Sie Ihre Scheide täglich mit viel Wasser und einem milden Reinigungsmittel. Verzichten Sie auf Intimlotionen oder Intimsprays. Vermeiden Sie bei einer chronischen Infektion außerdem häufige Schaumbäder und parfümierte Seifen.
 

Eisenmangel

Neben den häufigsten Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane sind Frauen häufig auch von einer anderen Begleiterscheinung betroffen: Eisenmangel. Eisen ist das häufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Etwa 60 Prozent des Eisens befinden sich im roten Blutfarbstoff gebunden, dem Hämoglobin. Da Frauen einen höheren Eisenbedarf haben als Kinder oder Männer, sollte das in der Ernährung berücksichtig werden. Männer brauchen am Tag 10 mg, Frauen 15mg. Dies hängt vor allem mit dem Blutverlust während der Menstruation zusammen.

Ursache für einen erhöhten Eisenbedarf und Mangelerscheinungen:

  • Starke Regelblutungen senken die Konzentration von Eisen im Blut.
  • Während einer Schwangerschaft steigt der Bedarf an Eisen auf bis zu 30 mg pro Tag.
  • Auch nach der Geburt und in der Stillzeit sinkt der Eisenspiegel der Mutter meistens rapid. Hier ist eine kurzfristige höhere Dosierung an Eisen notwendig.
  • Andere allgemeine Ursachen: einseitige Ernährung (Diät, vegetarische Ernährung), Verletzung, Blutspende, Zöliakie, Magen-Darm-Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Hormonstörungen, Rheuma, Krebs
  • Einnahme bestimmter Arzneimittel (z.B. Antibiotika, Antazida, einige schmerz- und entzündungshemmende Medikamente)
  • Vitamin-B6-Mangel

Ein Eisenmangel kann sich generell durch folgende Symptome bemerkbar machen:
fehlende körperliche und psychische Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Schwäche

  • Kopfschmerzen
  • Wetterfühligkeit
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • Blässe bzw. spröde und raue Haut
  • brüchiges Haar
  • Rillen in den Fingernägeln
  • Risse in den Mundwinkeln (Mundwinkelrhagaden)
  • Herzklopfen
  • Atemnot
  • Zungenbrennen
  • Verstopfung
  • häufige Infekte

Vorbeugung und Therapie

Generell ist es wichtig den vermehrten Bedarf an Eisen durch eine ausgewogene Zufuhr an Lebensmitteln auszugleichen. Ergänzend kann der Arzt dann zusätzlich Eisenpräparate verschreiben. Zudem ist es wichtige den Eisenmangel medizinisch abzuklären und eine andere Krankheit als Ursache auszuschließen.