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Die Hormone haben das Sagen

Jahrelang hat man Angst davor, dass es in einer leidenschaftlichen Nacht doch mal passiert und man ungewollt schwanger wird. Man fiebert der Periode entgegen und fragt sich, was wäre wenn?
Die Fortpflanzung ist die natürlichste Sache der Welt, doch wenn man sich entschieden hat für ein Leben mit Kindern, dann klappt es oft nicht auf Anhieb.

Kein Grund zur Panik, wenn es nicht sofort klappt, es geht vielen Paaren so. Oft helfen schon ein paar einfache Tipps und vor allem auch gute Kenntnisse über den eigenen Körper, den Eisprung und die Befruchtung.

Im Alter von etwa 12 bis 45 Jahren sind Frauen geschlechtsreif. 13 bis 15 Tage vor der monatlichen Menstruation erfolgt der Eisprung, auch Ovulation genannt. Bei diesem Vorgang wird die Eizelle aus einem Follikel ausgestoßen und springt in den Eileiter. Bestimmte Geschlechtshormone müssen allerdings einiges an Vorarbeit leisten, damit es zum Eisprung kommen kann. Nach der Regelblutung wird mit Hilfe des Hormons Östrogen die Gebärmutterschleimhaut erneuert. Eine weitere Aufgabe des Östrogens ist es, die Hormone FSH (follikelstimulierendes Hormon) sowie LH (luteinisierendes Hormon) in die Blutbahn zu leiten. Diese beiden Hormone sind wiederum dafür verantwortlich, das Wachstum und die Funktion der Eierstöcke zu regulieren.

 

Eizelle Button

Befruchtung Button

Schwangerschaft Button

 

Die Eizelle ist maximal einen Tag, also etwa 6 bis 24 Stunden, nach dem Eisprung befruchtungsfähig, ganz anders als Samenzellen: Diese sind nach dem Geschlechtsverkehr zwei bis vier Tage, in einigen Fällen sogar fünf bis sechs Tage befruchtungsfähig. Paare, die einen Kinderwunsch hegen, sollten daher am besten im Zeitraum von drei Tagen vor dem Eisprung bis einen Tag nach dem Eisprung miteinander schlafen. Zwischen dem Geschlechtsverkehr sollten idealerweise mindestens zwei Tage Pause liegen, da die Qualität der Samen bei mehreren, aufeinanderfolgenden Ejakulationen abnimmt.

Die Frage, ob man das Geschlecht des Nachwuchses durch den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs beeinflussen kann, ist sehr umstritten. Die neuesten Studien sagen jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu bekommen, am größten ist, wenn das Paar einige Stunden nach oder einige Zeit vor dem Eisprung miteinander schläft. In der Mitte der fruchtbaren Phase ist die Wahrscheinlichkeit größer, ein Mädchen zu bekommen.

Es gibt fünf Gründe, warum keine Schwangerschaft zustande kommt, obwohl das Ei ‚gesprungen’ ist und das Paar zur richtigen Zeit miteinander geschlafen hat:

  • Im Eizellenfollikel ist keine Eizelle vorhanden.
  • Die Eizelle ist nicht reif.
  • Die Eizelle teilt sich nicht, obwohl sie befruchtet wurde.
  • Nach einigen Tagen kann es dazu kommen, dass der Embryo sich nicht weiterentwickelt.
  • Im aktuellen Zyklus ist die Schleimhaut nicht fähig, einen Embryo aufzunehmen.

In vielen Fällen findet also aus verschiedenen Gründen keine Befruchtung statt. Doch was passiert im weiblichen Körper, wenn dies der Fall ist?

Zweierlei: Einerseits fällt die Progesteron- und Östrogenkonzentration ab, andererseits bilden sich die Gelbkörper zurück. Somit kann die Gebärmutterschleimhaut nicht länger erhalten werden und wird mit der folgenden Regelblutung ausgestoßen.

 

Der Vorgang der Befruchtung beginnt mit dem Samenerguss des Mannes, auch Ejakulation genannt. Dieser fließt in das hintere Scheidengewölbe der Frau. Die Samenflüssigkeit besteht aus rund 300 Millionen Samenzellen, die mit den beiden Samenbläschen und Sekreten der Prostata vermischt werden. Nach der Ejakulation machen sich die Samenzellen auf den Weg zum Eileiter durch die Gebärmutter. Dies wird ermöglicht durch Bewegungen des Eileiters und der Gebärmutter.

Waren es anfangs noch 300 Millionen Spermien, erreichen schließlich nur 500 von ihnen den Eileiter. Hier treffen sie auf die Eizelle, an deren Schutzhülle einzelne Spermien haften bleiben. Dadurch werden gewisse Enzyme freigesetzt, die bewirken, dass die Eizellenhülle aufgelockert wird. Nun müssen sie selber aktiv werden und mit Hilfe von Schwanzbewegung ins Innere der Eizelle eindringen.

Nachdem es ein Spermium in die innere Hülle Eizelle geschafft hat, darf kein weiteres in die Eizelle gelangen. Dies geschieht durch zwei Schritte:

  • Sekundenlange, elektrische Ladungsänderung der Eizelle: Kurzzeitig wird das Eindringen weitere Spermien verhindert, indem das elektrische Potenzial der Eizellenhülle ansteigt.
  • Einige Sekunden danach werden durch Vesikel gewisse Enzyme freigesetzt. Diese härten die Schutzhülle um die Eizelle und macht diese für andere Spermien undurchlässig.

Die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, die nun folgt, nennt man die eigentliche Befruchtung. Nun kommt es zu einer spannenden Entscheidung, denn jetzt wird festgelegt, welches Geschlecht das Kind haben wird. Während alle Eizellen ein X-Chromosom tragen, haben die Samenzellen entweder ein X- oder ein Y-Chromosom. Wird die Eizelle von einer Samenzelle mit einem Y-Chromosom befruchtet, entsteht die Kombination XY, es wird also ein Junge. Bei der Kombination XX entsteht ein Mädchen.

 

Insgesamt sollten Paare mit einem Kinderwunsch auf einen gesunden und entspannten Lebensstil viel Wert legen.

  • Stress: Zu viel psychischer oder körperlicher Stress kann beim Mann die Samenproduktion hemmen und sich bei der Frau negativ auf den Zyklus auswirken. Daher sollte versucht werden, denn alltäglichen Stress zu vermeiden oder auszugleichen, zum Beispiel durch bewusste Ruhepausen im Alltag.
  • Schlaf: Für jeden Menschen ist gesunder Schlaf wichtig, doch vor allem beim Kinderwunsch sollte Wert darauf gelegt werden. Schlafmangel und unregelmäßige Schlafenszeiten können die Fruchtbarkeit hemmen und den Hormonhaushalt durcheinander bringen.
  • Ernährung: Beide Partner sollten auf genügend Mineralien und Vitamine in der Ernährung achten.
  • Bewegung: In puncto Sport ist es wichtig, das richtige Maß zu finden. Zu viel körperliche Arbeit oder Hochleistungssport mindern die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Deshalb sollten Frauen, die sich ein Kind wünschen, leichten Sport treiben, der den Stresspegel senkt, den Kreislauf anregt und vor allem die Fruchtbarkeit erhöht.
  • Gewicht: Starkes Über- und Untergewicht kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft vermindern. Bei Übergewicht sollte nicht versucht werden durch radikale Diäten das Normalgewicht zu erreichen, da als Folge Nährstoffmangel auftreten kann. Lieber sollte auf viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung gesetzt werden.
  • Arzneimittel: Manche Medikamente haben einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Deshalb sollte in Absprache mit einem Arzt geklärt werden, welche Arzneimittel ohne Bedenken eingenommen werden dürfen.
  • Koffein: Koffein kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Deshalb sollten nicht mehr als eine oder zwei Tassen Tee oder Kaffee am Tag getrunken werden.
  • Gleitmittel: Einige Gleitmittel sowie Pflegeprodukte für den Intimbereich enthalten Substanzen, die Spermien aufhalten oder abtöten können.
  • Alkohol: Vor allem in der empfindlichen Phase zwischen Befruchtung und Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut sollte auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet werden.
  • Rauchen: Beide Partner sollten auf das Rauchen verzichten. Bei der Frau können Zigaretten den Zyklus stören und die Fruchtbarkeit einschränken. Beim Mann wird die Qualität des Spermas durchs Rauchen reduziert.