Fehler! Es können nur maximal 4 Artikel verglichen werden.
Ihr Artikel wurde der Vergleichsliste hinzugefügt.

 

Männergesundheit - Von Haarausfall bis Impotenz

Es läuft im Bett nicht mehr, die Haare werden weniger und damit schwindet auch das Selbstbewusstsein. Alle keine Themen, über die man beim Feierabendbierchen reden möchte und trotzdem sollte man nicht darüber schweigen. Denn diese Symptome, die vielen Männern einfach nur unangenehm sind, können Vorboten ernsthafter Erkrankungen sein.

Männer, sie sind das starke Geschlecht und Synonym für Kraft, Virilität und robuste Abwehr. Doch haben auch Männer mit spezifischen Krankheiten zu kämpfen, die meist geschlechtsspezifisch sind und mit der Anatomie des Mannes zusammenhängen. Dazu zählen vor allem Krankheiten, welche die sexuelle Potenz betreffen, Entzündungen der Eichel, Vorhautverengung, Leistenbruch, Penis-, Hoden-, sowie Prostatakrebs aber auch Haarausfall und Hämorrhoiden. Jene Krankheiten belasten den Mann dabei meistens nicht nur körperlich, sondern wirken sich auch auf die Psyche und das Selbstwertgefühl des Mannes aus. Finden Sie hier einen Überblick zu Männergesundheit und wie Sie vorsorgen können.

 

Potenz Banner

Krebs Button

Haarausfall Button

 

Eine der unter Männern gefürchtetsten Krankheitsbilder ist die sogenannte erektile Dysfunktion. Man spricht von einer Impotenz, wenn ein Mann mindestens sechs Monate oder länger keine Erektion bekommen oder diese aufrechterhalten kann und ein befriedigender Geschlechtsverkehr nicht möglich ist. Etwa 50 Prozent der über 40-Jährigen konnten dieses Problem zumindest zeitweise bei sich beobachten.

Makula-Degeneration und Erektionsprobleme treten gemeinsam auf
Dass eine Erektionsstörungen teilweise auch als Begleiterscheinung zu anderen Krankheiten auftreten kann, beweist eine Studie von Prof. Sommer am UKE in Hamburg. Von 98 untersuchten Männern litten knapp die Hälfte nicht nur an einer durchblutungsbedingten Erektionsstörung, sondern gleichzeitig an einer altersbedingten Makula-Degeneration (AMD). Als Makula bezeichnet man den "Gelben Fleck" auf der Netzhaut des Auges. Kommt es im Alter zu einem Abbau dieses Gewebes geht die zentrale Sehschärfe verloren, was zu einer Sehbehinderung oder sogar Blindheit führen kann. In den Industrie-Nationen ist die Makula-Degeneration bei Männern die Hauptursache für eine Erblindung bei über 50-Jährigen.

Warnsignal Erektionsstörung
Die erektile Dysfunktion geht vielen Krankheiten mit ähnlichen Ursachen voraus: Gewebeschäden führen zu einer schlechten Blutzirkulation in den kleinsten Gefäßen und damit zu Durchblutungsstörungen. Auf kurz oder lang führt das zu einer Störung der Erektion des Penis. Diese tritt meistens zwei bis vier Jahre vor einer Veränderung der Makula auf. Sieht man sie als Warnhinweise könnte durch eine rechtzeitige Behandlung Schäden am Auge minimiert werden. Vor allem Patienten mit Risikofaktoren wie z.B.: Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße) und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sich regelmäßig checken lassen. Jeder Mann mit Verdacht auf eine durchblutungsbedingte Erektionsstörung kann den Blutfluss seiner vier wichtigsten Penis-Gefäße messen lassen. Dadurch kann nicht nur einer Erblindung vorgebeugt werden, sondern auch das Herzinfakt- und Schlaganfallrisiko reduziert werden, das bei Männern durchschnittlich höher ist als bei Frauen.

Tipps, um die Potenz zu fördern:
Bevor man zu Hormonen greift, kann die Testosteron-Bildung in den Hoden auch auf natürlichem Weg angekurbelt werden. Z.B. durch:

  • Ausdauersport – Regelmäßiger Sport hält die Arterien in Bestform
  • Antioxidantien:  Schützen vor freien Radikalen im Körper und sorgen für eine gute Durchblutung. Besonders viele von Ihnen befinden sich zum Beispiel in Brombeeren.
  • Hören Sie mit dem Rauchen auf: Nikotin verstopft die Arterien und kann im schlimmsten Fall zu einer vollkommen Errektionsunfähigkeit führen.
  • Entspannen Sie sich: Das Stresshormon Epinephrin (Adrenalin) verhärtet auf Dauer die Arterien und schränkt damit die Durchblutung ein.
  • Finger weg von Drogen
  • Achten Sie auf eine zinkreiche Ernährung: Zink kurbelt die Testosteronproduktion an
  • Trinken Sie Ingwertee: Ingwer regt die Durchblutung an!
  • Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Lachs, Hering oder Thunfisch) sind wichtig für die Durchblutung und der optimierte Blutfluss verbessert auch die Erektion.

Hormonschwund im Schneckentempo: Wechseljahre bei Männern

Eine weitverbreitete Annahme ist, dass nur Frauen in die Wechseljahre kommen. Aber tatsächlich sinkt auch bei Männern altersbedingt der Spiegel an Sexualhormonen. Fachspezifisch nennt man dieses Phänomenen partielles Androgendefizit beim alternden Mann, kurz PADAM.

Anders als bei Frauen verläuft das Schwinden der männlichen Hormone jedoch vergleichsweise unauffällig und schleichend ab. Das heißt, dass Männer von plötzlichen Hitzewallungen und Schlafstörungen verschont werden. Bereits ab dem 25. Lebensjahr sinkt der Testosteron-Spiegel im Blut. Testosteron ist das männliche Sexualhormon und Äquivalent zum Östrogen. Man geht von rund einem Prozent pro Jahr aus. Nach dem 60. Lebensjahr besitzt der Mann daher statistisch ungefähr nur noch 40 - 50 Prozent seines jugendlichen Hormonlevels. Diese Werte sind jedoch individuell und von Mann zu Mann unterschiedlich.

Libido weg, Potenz weg

Manche Männer merken nichts vom schwindenden Testosteron, bzw. haben bis ins hohe Alter noch hohe Werte, andere sind stärker betroffen. Letztere haben oft mit Beschwerden zu kämpfen, wie zum Beispiel Libidoverlust und Potenzprobleme, schwindende Muskelkraft, Gewichtszunahme, Müdigkeit und depressive Verstimmungen. Studien können oft jedoch keinen 100-prozentigen Zusammenhang zwischen dem Testosteron-Wert und dem Aufkommen sexueller Probleme und Abnehmen körperlicher Leistungsfähigkeit feststellen.

Nur drei Symptome der sexuellen Potenz (seltenere morgendliche Erektionen, fehlender sexueller Appetit, Erektionsprobleme) standen dabei in direktem Zusammenhang mit einem niedrigen Testosteron-Spiegel. Dagegen konnte kein Zusammenhang zwischen Konzentrationsproblemen und dem Testosteron erkannt werden.

Generell gilt, Testosteron ist nicht alles! So können erektile Probleme auch trotz eines normalen Hormonspiegels auftreten. Testosteron in Form von Gels oder Tabletten bringen somit nicht die gewünschten Effekte. Umgekehrt fühlen sich manche älteren Männer topfit, obwohl ihr Testosteron-Wert niedrig ist. Das Altern eines Menschen ist ein Prozess, der durch das Schwinden der Leistungskraft auf das Gemüt schlagen kann. Dennoch ist es ein natürlicher Prozess und keine Krankheit. Bevor man zu einem Hormonpräparat greift, sollte vor allem eine innere Balance gegen die “Midlifekrisis” hergestellt werden. Eine Hormonersatztherapie ist kein Patentrezept und oft mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden.

 

Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist ohne Zweifel Prostatakrebs, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs. Etwa 63.500 Männer erkranken jährlich neu an Prostatakrebs. Die meisten Betroffenen sind um die 70 Jahre. Eine Diagnose vor dem 50. Lebensjahr ist dagegen eher selten. Die Prostata oder auch Vorsteherdrüse ist ein kastaniengroßes Geschlechtsorgan und befindet sich unterhalb der Harnblase. Die Hauptfunktion der Prostata ist es, ein Sekret zu bilden, das der Samenflüssigkeit beim Samenerguss beigemengt wird, um diese dünnflüssiger zu machen. Es enthält das prostataspezifische Antigen, kurz PSA, welches nur von der Prostata gebildet werden kann und für eine Früherkennung von Prostatakrebs eine besondere Stellung bei der Untersuchung einnimmt.

Wie lässt sich Prostatakrebs diagnostizieren?

Da die Tumorerkrankung erst im fortschreitenden Stadium Beschwerden verursacht, bleibt die Erkrankung oft lange Zeit unerkannt. Die Prostata umschließt den oberen Teil der Harnröhre komplett und kann so bei einer Vergrößerung (gut- oder bösartig) zu Problemen beim Wasserlassen führen.

Da die Prostata direkt vor dem Mastdarm liegt, kann sie bei einer rektalen Untersuchung durch die Darmwand hindurch ertastetet werden. Der Arzt kann somit die Größe und Beschaffenheit und ein möglich Karzinom frühzeitig erkennen. Die Vorsorge spielt eine entscheidende Rolle. Je früher ein  Prostatakarzinom entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Die Früherkennung von Prostatakrebs wird dadurch erschwert, dass die Symptome relativ unspezifisch sind und auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Mögliche Prostatakarzinom-Symptome sind:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen durch abgeschwächten Harnstrahl
  • Schmerzen beim Samenerguss
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
  • Schmerzen im Gebiet der Prostata
  • Erektionsprobleme
  • Probleme beim Stuhlgang
  • Rückenschmerzen, vor allem im Gebiet der Steißbein- oder Lendenwirbel

Manchmal können auch viel harmlosere Ursachen für die gleichen Beschwerden verantwortlich sein, so beispielsweise bei der sehr häufig vorkommenden gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH). Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Prostatakrebs ist der Facharzt für Urologie. Ein Anamnesegespräch vor der Untersuchung kann bereits wichtige Hinweise auf die Diagnose Prostatakrebs geben.

Mögliche Fragen des Arztes sind z.B.:

  • Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Prostatakrebs oder Brustkrebs?
  • Haben Sie Probleme beim Wasserlassen? Treten bei der Ejakulation Schmerzen auf?
  • Haben Sie in letzter Zeit ungewollt an Gewicht verloren?
  • Sind in letzter Zeit Fieber oder Nachtschweiß aufgetreten?
  • Wie ist Ihre allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit?
  • Haben Sie Probleme mit der Verdauung?
  • Ist Ihnen Blut im Urin oder im Stuhlgang aufgefallen?
  • Spüren Sie Schmerzen im unteren Rücken („Ischiasschmerz“)?
  • Bestehen Erektionsprobleme?

Prostatakrebs: Ursachen und Risikofaktoren
Woher der die Bildung des Prostatakrebses kommt, ist nicht genau geklärt. Entgegen früherer Annahmen ist nicht ein erhöhter Testosteronspiegel für die Entstehung des Prostatakarzinoms verantwortlich. Zwar fördert Testosteron das Wachstum, löst den Krebs aber nicht aus. Ob ein sehr aktives Sexualleben oder häufige Ejakulationen das Risiko erhöhen, ist ebenfalls umstritten. Eine große Studie aus den USA gelangte sogar zu dem Ergebnis, dass häufige Ejakulation vor Prostatakrebs schützt. Es besteht jedoch die Annahme, dass ein sehr aktives Sexualleben im jungen Erwachsenenalter möglicherweise ein Risikofaktor für die Entstehung von Prostatakrebs ist, während  ab dem 50. Lebensjahr das Risiko durch Sex verringert wird.

Andere Faktoren steigern jedoch eindeutig das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken:

  • Alter: Über 80 Prozent aller Männer mit einem Prostatakarzinom sind älter als 60 Jahre.
  • Veranlagung (genetische Disposition): Verwandte ersten Grades (Vater, Sohn, Bruder) von Patienten mit Prostatakrebs haben ein mindestens doppelt so hohes Risiko, ebenfalls zu erkranken. Auch weibliche Vorfahren mit einer Brustkrebserkrankung steigern das Risiko für Prostatakrebs.
  • Ethnische Faktoren: Bei der dunkelhäutigen Bevölkerung Nordamerikas tritt Prostatakrebs deutlich häufiger auf als bei der weißen. Über den Globus verteilt sind skandinavische Männer am häufigsten von Prostatakrebs betroffen, während amerikanische und deutsche Männer im Mittelfeld liegen. Menschen asiatischer Abstammung sind dagegen selten von Prostatakrebs betroffen. Innerhalb Europas existiert für die Häufigkeit von Prostatakrebs ein Nord-Süd-Gefälle - so sind Männer im Mittelmeerraum seltener von der Erkrankung betroffen als Männer in Mittel- und Nordeuropa.
  • Ernährung und Lebensstil: Einige Studien vermuten, dass eine kalorien- und fettreiche Ernährung (tierische Fette) mit wenigen Ballaststoffen das Risiko für Prostatakrebs steigert. Viel Getreide, Gemüse und Sojaprodukte wirken dagegen scheinbar schützend.
  • Berufliche Risikofaktoren wie Schwermetall- und Strahlenbelastung oder ein Mangel an Vitamin D könnten ein Auslöser für Prostatakrebs sein.
 

Eine dichte und wallende Mähne - Das wünschen sich oft nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Allerdings bewahrheitet der morgendliche Blick in den Spiegel die Befürchtung vieler männlicher Betroffener. Es beginnt mit Geheimratsecken im Bereich der Stirn und immer kahler werdenden Stellen am Hinterkopf (Tonsur). Erblich bedingter Haarausfall kommt zwar nicht nur bei Männern vor, sondern auch bei Frauen, dennoch unterscheidet sich das Ausfallmuster und bei den meisten Männern ist die sogenannte androgenetische Alopezie mit 95 Prozent, die häufigste Ursache für das Ausbleiben des Haarwuchses. Da er das weitere Wohlbefinden nicht beeinträchtigt, ist erblich bedingter Haarausfall im eigentlichen Sinn keine Erkrankung, dennoch leiden viele unter den psychischen Auswirkungen.

Die Grenze zwischen natürlichem Haarausfall und therapiebedürftigem Haarausfall verläuft fließend, denn die Erneuerung der Haarpracht ist schließlich ein natürlicher Vorgang: In der Wachstumsphase wird das Haar über die Wurzel mit Nährstoffen versorgt, in der Übergangsphase wird die Versorgung des Haars gestoppt und am Ende der Telogenphase wird das Haar schließlich abgestoßen. Sind weniger als etwa 80 Prozent der Haare in der aktiven Wachstumsphase oder fallen täglich mehr als 100 Haare aus, spricht man von Haarausfall.

Die Ursachen für ein nachlassendes Haarwachstum

Zentrale Ursache für die androgenetische Alopezie ist eine Störung im Bereich der männlichen Hormone. Bei entsprechender Veranlagung haben die Follikel unter der Haut, die für das Wachstum der Haare zuständig sind, mehr Rezeptoren für männliche Hormone. Das Testosteron DHT hat dabei einen negativen Einfluss auf den Haarfollikel und verkürzt die Wachstumsphase. Dadurch werden die Phasen des Haarzyklus beschleunigt und die Haare werden kontinuierlich dünner bis der Haarfollikel komplett verschwindet.  
Grundsätzlich gilt: Je später der Haarausfall einsetzt, desto langsamer ist auch der Verlauf.

Das Ausmaß und der Verlauf des Haarausfalls werden beeinflusst durch:

  • Die individuellen Veranlagung
  • Das Alter
  • Die Anzahl an männlichen Sexualhormonen
Brustkrebs beim Mann
So etwas gibt es? Leider ja! Entgegen des Unwissens beim größten Teil der Bevölkerung ist Brustkrebs keine reine Frauenkrankheit. Jedes Jahr erkranken in Deutschland bis zu 600 Männer an Brustkrebs. Lange werden die ersten Anzeichen eines Tumors jedoch ignoriert und die Heilungsaussichten somit reduziert. Auch Männer sollten durch ein regelmäßiges Abtasten der Brust eine Selbstkontrolle vornehmen.

Wer ist Risikopatient?
Generell gibt es drei Risikogruppen bei Männern mit Brustkrebs:
- Männer mit Klinefelter-Syndrom: Bei Männern mit diesem Syndrom liegt eine genetische Störung vor, bei der mindestens ein zusätzliches weibliches X-Chromosom vorliegt.
- Männer mit dem sogenannten Brustkrebs-Gene (BRCA): Besondere Vorsicht ist bei einer Brustkrebserkrankung in der Familie vom ersten bis dritten Verwandtschaftsgrades geboten
- Männer mit einer Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers (Gynäkomastie): Diese kann durch ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt hervorgerufen werden.