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Problem Verdauung

Was mit dem Essen geschieht, nachdem es vom Teller in unseren Mund verschwunden ist, machen wir uns selten Gedanken. Nur wenn der Bauch drückt und grummelt, dann fragen wir uns: Was passiert da eigentlich während der Verdauung?

Im Magen und im Dünndarm zerlegt der Körper die Nahrung in sehr kleine Bestandteile, um  die Nährstoffe in den Blutkreislauf aufzunehmen. Die Verdauung ist ein Vorgang, der bis zu 30 Stunden dauern kann. Sie beginnt im Mund, wenn Zähne und Speichel das Essen zerkleinern und aufweichen. Die Verdauung setzt sich im Magen und im Darm fort und endet auf der Toilette.

Der Darm eines Erwachsenen ist rund acht Meter lang und hat mit 300 Quadratmetern die Fläche eines Wohnhauses.

 

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  • Die Zähne und ein Enzym im Speichel zerkleinern und zersetzen die Nahrung bereits im Mund. Bis zu 1,5 Liter Speichel produzieren die Speicheldrüsen pro Tag.
  • Etwa 10 Sekunden braucht das Essen, um durch die Speiseröhre zum Mageneingang zu rutschen.
  • Im Magen zerlegen Salzsäure und verschiedene Enzyme die Nahrung in ihre Bestandteile, und machen sie so wasserlöslich. Nur so können die Nährstoffe über den Dünndarm aufgenommen werden.
  • Etwa 7 Stunden lang durchwandern die Speisereste jetzt den Dünndarm. Über seine Schleimhaut werden die Nährstoffe aufgenommen. Um das zu bewältigen, ist die Oberfläche des Dünndarms etwa 200 Quadratmeter groß.
  • Im Dickdarm besteht der Speisebrei nur noch aus unbrauchbaren, unverdaulichen Resten. Der Körper absorbiert hier noch die letzten Wasserreste.
  • Der Mastdarm ist die letzte Station für die verdauten Speisereste. Etwa sechs Stunden lagert der Stuhl hier zwischen, bevor er ausgeschieden wird.
 

Die Darmflora

Bei der Verdauung wird der Körper von einer ganzen Armee kleiner Helfer unterstützt: die Darmflora. Jeder Mensch hat eine ganz eigene, unverwechselbare Darmmikrobiota. Säuglinge im Bauch der Mutter haben noch keinerlei Darmflora, ihr Verdauungssystem ist steril. Doch schon bei der Geburt beginnt die Entstehung eines komplexen Ökosystems. Jedes einzelne besteht aus mindestens 500 Arten verschiedener Bakterien, die im Darm des Menschen leben. Hundert Billionen Bakterien bewohnen jeden einzelnen Menschen – das sind mehr Bakterien, als wir Körperzellen haben.


Was sich etwas gruselig anhört, ist für die Gesundheit enorm wichtig. Die Darmflora schützt vor Schadstoffen, stärkt das Immunsystem und wehrt Krankheitserreger ab.
Wenn sich die Darmflora verändert, kann dies zu Immunschwächen, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Bauchschmerzen führen.

Das können Sie für eine gesunde Darmflora tun:

  • Eine basenreiche Ernährung schützt die Darmflora. Das verlangt etwas Spezialwissen: Denn nicht alles, was sauer schmeckt, hat auch einen sauren pH-Wert! Zitronen wirken zum Beispiel basisch, während Zucker säurebildend ist.  Verzichten Sie auf saure Lebensmittel wie Zucker, Fleisch, Milchprodukte und Kaffee.
  • Probiotische Milchprodukte fördern die Darmflora. Probiotika sind bestimmte Bakterienstämme, zum Beispiel aus der Gruppe der Laktobazillen und Bifidobakterien, die den Darm in lebendem Zustand und in größerer Zahl erreichen als etwa "normale" Laktobazillen aus Milchprodukten wie Joghurt. Sie enthalten Milchsäurebakterien, die auch in der Darmflora leben. Im Supermarkt gibt es Produkte, die als probiotisch angepriesen werden. Eigentlich ist aber alles, was aus Sauermilch hergestellt wird, von Natur aus probiotisch. Dazu gehören zum Beispiel Buttermilch oder Kefir. Bei einem gestörten Gleichgewicht der Darmflora können probiotische Lebensmittel dazu beitragen, das Ungleichgewicht auszugleichen. Allerdings nur wenn sie täglich und über einen längeren Zeitraum verzehrt werden.

Hinweise auf ein gestörtes Gleichgewicht der Darmflora:

Welche Ursachen können Verdauungsprobleme haben?

Eine gesunde Verdauung ist wichtig, um sich wohlzufühlen. Kaum einer ist gut gelaunt, wenn der Bauch drückt, zwickt und grummelt. Das muss aber nicht immer an der Ernährung liegen. Auch Stress und Sorgen sind häufig die Ursache für Magenprobleme. Verschlingen Sie ihr Essen also nicht zwischen Schreibtisch und Fernseher, sondern nehmen Sie sich Zeit, gründlich zu kauen und in Ruhe zu verdauen.

Doch außer Stress können z.B. auch Antibiotika oder andere Medikamente die Darmflora stören.

 

Antibiotika

Die Einnahme von Antibiotika kann der Darmflora schaden, insbesondere wenn die Einnahme über einen längeren Zeitraum erfolgt.

Antibiotika dezimiert die Anzahl der Bakterien um ein Drittel und bringt das Mengenverhältnis der im Darm existierenden Bakterien durcheinander. So kommt es, dass vorher relativ gering vorhandene Bakterien auf einmal sehr häufig oder vorher sehr häufig vorkommende Bakterien nur noch sehr selten vorkommen. Dieses Ungleichgewicht kann zu Problemen bei der Verdauung führen und auch der Anfang eines Teufelskreises sein. Eine gestörte Darmflora schwächt das Immunsystem und kann dazu führen, dass man sich vermehrt Infekte einholt, die wiederum die Behandlung mit Antibiotikum nach sich ziehen.

Durch die Darmspiegelung ist die Erkrankung an Darmkrebs mehr als 100.000 Menschen im Alter von 55 bis 84 Jahre in den letzten Jahren erspart geblieben. Dennoch erkranken jedes Jahr mehr als 65.000 Menschen neu an Darmkrebs.

 

Mit über 100 Milliarden Nervenzellen enthält der Darm mehr Neuronen als das Gehirn und das Rückenmark.